Die Wälder der Welt auf 100 Fußballfeldern
Bayerische Staatsforsten und Bayerische Forstverwaltung eröffnen den neugestalteten Weltwald in Freising.

Der Vorstand der Bayerischen Staatsforsten, Reinhardt Neft, und der Amtschef des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Martin Neumeyer, eröffnen den Weltwald.
Regensburg/Freising, 19. Oktober 2011 – Der Amtschef des Staatministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Martin Neumeyer, eröffnete heute zusammen mit dem Vorstand der Bayerischen Staatsforsten, Reinhardt Neft, den neu gestalteten Weltwald in Freising. Das ehemalige Landesarboretum im Kranzberger Forst ist mit gut 80 Hektar Fläche eines der größten Arboreten Deutschlands und dazu noch etwas ganz besonders: Nicht nur Einzelbäume finden sich dort, sondern ganze Wälder die mit Exoten begründet wurden. Das für den Weltwald extra entwickelte Besucherkonzept, dass pünktlich zur Eröffnung auf Teilflächen fertig gestellt wurde, macht den Besuch zu einem echten Erlebnis. Das findet auch Reinhardt Neft: „Zusammen mit der Forstverwaltung wurde hier ein echtes botanisches Kleinod geschaffen“, so der Vorstand der Bayerischen Staatsforsten.
200 Baum- und Straucharten
Im Kranzberger Forst wachsen mittlerweile gut 200 Baum- und Straucharten, geordnet nach den Naturräumen der Kontinente Europa, Amerika und Asien. Und 500 sollen es mal werden. Der Weltwald, der der Öffentlichkeit für kundige Spaziergänge und zwei forstwissenschaftlichen Fakultäten (Technische Universität München und Hochschule Weihenstephan Triesdorf) zur Lehre dienen soll, erschließt sich über sieben Kilometer Spazierwege, vier Informationspavillons sowie europäische, asiatische und amerikanische Themenwege. So kann man über Trampelpfade, die jeweils von den Spazierwegen abzweigen, regelrechte Waldwelten entdecken, wie man sie sonst in Asien oder Amerika findet.
Riesenmammutbäume in Freising
Bis zu 100 Meter kann können sie werden, die Riesenmammutbäume, die mittlerweile auch im Weltwald wachsen. Sie sind eigentlich in der westamerikanischen Sierra Nevada zu Hause, fühlen sich aber auch in Freising wohl. Allerdings brauchen sie noch etwas Zeit um die Höhe zu erreichen, da sie erst kürzlich gepflanzt wurden. Gleiches gilt für die japanische Schirmtannen, die japanischen Magnolien sowie Styrax- und Katsurabäume, die man im asiatischen Teil finden kann. Bei der Auswahl der Baumarten sei die Winterhärte entscheidend, berichtet Herbert Rudolf, Leiter des Weltwalds und des Forstreviers Freising: „Alle unsere Bäume kommen aus Gegenden, die ein ähnliches Klima haben wie wir hier in Bayern, sie müssen in der Lage sein, entsprechende Frostlagen zu überstehen“ führt der Staatsförster weiter aus.
Geschichte des Weltwalds
- Zu Beginn des 20 Jahrhunderts: In der Flur eines aufgegebenen Bauernweilers, von dem heute nur noch die Waldkirche St. Clemens zeugt, wurden viele importierte Bäume gepflanzt. Aus dieser Zeit stammen noch viele Altexoten wie Douglasien, amerikanischen Roteichen, Japanlärchen und Tulpenbäumen
- 1977: Der Aufbau eines Landesarboretum durch die damalige Bayerische Staatsforstverwaltung wird beschlossen
- 1987: Beginn der Pflanzungen
- Seit 2005: Betreuung des Landesarboretum durch die Bayerischen Staatsforsten
- 2011: Aus dem Landesarboretum wird der Weltwald. In Zusammenarbeit von Bayerische Staatsforsten und Bayerischer Forstverwaltung wird ein neues Besucherkonzept verwirklicht.
Bayerische Staatsforsten
Die Bayerischen Staatsforsten sind mit einer Fläche von etwa 805.000 Hektar und mit rund 2.800 Beschäftigten das größte deutsche Forstunternehmen. Die Bayerischen Staatsforsten bewirtschaften den gesamten bayerischen Staatswald. Und das nach klaren Vorgaben: Natur bewahren. Erfolg sichern. Dem Menschen dienen. Dies bestätigt in jährlichen Kontrollen auch die unabhängige Waldzertifizierungsorganisation PEFC. Nachhaltige, naturnahe Forstwirtschaft, wie sie bei den Bayerischen Staatsforsten gelebt wird, wird so allen gerecht: den Menschen, die im Wald arbeiten oder sich erholen wollen, der Gesellschaft, die den nachwachsenden, umweltfreundlichen Rohstoff Holz zunehmend nachfragt und den Tieren und Pflanzen, für die der Wald wertvollen Lebensraum bietet.
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