Der gemischte Wald - Fit für die Zukunft
In Freising veranstalteten das Karl Gayer Institut, der Bayerische Forstverein, das Zentrum Wald-Forst-Holz, die Bayerische Forstverwaltung und die Bayerischen Staatsforsten, eine Fachtagung und Fachexkursion zum 100. Todestag von Karl Gayer

100 Jahre Waldbau auf den Spuren von Karl Gayer.
Die Fachtagung am 01. März war mit über 180 TeilnehmerInnen gut besucht. In Fachvorträgen entwickelten Forstwissenschaftler Ansätze zu zukunftsweisenden Modellen der Waldwirtschaft. Die zunehmenden Witterungsextreme stellten in den Diskussionen ein zentrales Thema dar. Dabei wurde deutlich, dass die Gedanken von Karl Gayer und seine Vision eines gemischten Waldes an Aktualität nicht verloren haben. In einer Feierstunde überreichten die Veranstalter dem Forstmann Herrn Dr. Alois Finsterer für seine Bemühungen um den Mischwaldgedanken die Karl-Gayer-Medaille. Am zweiten Tag folgten weitere 130 TeilnehmerInnen der Exkursion in die Wälder der Bayerischen Staatsforsten bei Kelheim. Am natürlichen Objekt vertieften die Forstexperten Zukunftsstrategien im Waldbau.
Wie kaum ein anderer bayerischer Forstmann hat der vor 100 Jahren verstorbene Münchener Waldbauprofessor Karl Gayer die forstlichen Gemüter bewegt. Noch ganz den Goetheschen Idealen von der Harmonie der in der Natur waltenden Kräfte verhaftet, hat er Ende des 19. Jahrhunderts die Idee eines aus mehreren Baumarten aufgebauten Waldes, des Mischwaldes propagiert und sich dem damals herrschenden kapitalistischen Zeitgeist, der aus übersteigertem Profitstreben heraus auf Nadelholz- Reinbestände fixiert war, widersetzt. Heute, wo wir die negativen Auswirkungen der Reinbestandswirtschaft zu spüren bekommen, erschließt sich der Weitblick Karl Gayers, der seiner Zeit 100 Jahre voraus, vor den Risiken dieser einseitigen Wirtschaftsweise gewarnt hat.
Die Gedenkfeier zum 100. Todestag von Karl Gayer erinnert an den Vorkämpfer des naturnahen Waldbaus in Deutschland und zeigt die Aktualität seiner Gedanken für globale wie regionale Waldentwicklungsprogramme auf. In Zeiten massiver Bedrohungen des Waldes durch großflächige Entwaldungen in den Tropen und durch rasante Veränderung der Klimaverhältnisse in unseren Breiten können die Gayerschen Ideen Fingerzeige für einen umsichtigen, langfristige Risiken berücksichtigenden Umgang mit Wald geben.
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