Der Erlkönig im Versteck
Antennenbauer Kathrein errichtet neues Entwicklungsgelände auf den Flächen der Bayerischen Staatsforsten

Spatenstich bei strahlendem Sonnenschein: Bürgermeister Olaf Kalsberger (Raubling); Reinhard Strobl, Bayerische Staatsforsten; Landrat Josef Neiderhell; Prof. Dr. Anton Kathrein; Klaus Stöttner, MdL (v.l.n.r)
Nein, der Erlkönig ist kein Vogel. Auch wenn das viele glauben. Abgeleitet aus einem Gedicht von Goethe werden heutzutage Prototypen von Autos so bezeichnet. Neuentwicklungen also, die das Licht der Öffentlichkeit (noch) meiden. Für jede dieser Neuentwicklungen wird eigens eine Antenne gebaut, häufig von der Firma Kathrein aus Rosenheim. Die Firma ist Weltmarktführer und produziert seit 43 Jahren in Bayern. Nun zieht Kathrein um. Aber nicht – wie so manch anderes Unternehmen - in ein Billiglohnland, sondern einige Kilometer weiter in den Gemeindebereich Raubling im Landkreis Rosenheim. Auf einem Grundstück der Bayerischen Staatsforsten auf den Flächen des Forstbetriebs Schliersee, in den Nickelheimer Filzen, wird Kathrein künftig seine Antennen testen.
Das freiwerdende Grundstück in den Panger Filzen kann nun renaturiert werden. Für den Schlierseer Forstbetriebsleiter Stefan Pratsch eine Herzensangelegenheit, wie er betont: „Die Rosenheimer Stammbeckenmoore, zu denen die Panger Filze gehören, haben überregionale Bedeutung. Im Rahmen des LIFE-Projektes werden sie nun geflutet, um die natürliche Moordynamik wieder in Gang zu setzen.“ Eine Win-Win-Situation also.
Das Grundstück in den Nickelheimer Filzen ist übrigens sehr genau ausgewählt. Das Gebiet durfte für Passanten nicht einsehbar sein, eben wegen der geheimen Prototypen, die hier ausgemessen werden. Zudem sollte es möglichst frei von Funkwellen sein, um die Messungen nicht zu verfälschen.
Der für Immobilien und Grundstücke zuständige Bereichsleiter der Bayerischen Staatsforsten Reinhard Strobl hatte die Freigabe des neuen Geländes von Anfang an unterstützt: „Die Bayerischen Staatsforsten haben damit nicht nur den Weltmarktführer in Antennentechnik als Kunden gewonnen. Wir haben auch dazu beigetragen, dass die Arbeitsplätze in der Region bleiben und dass am bisherigen Standort das wichtige Renaturierungsprojekt fortgeführt werden kann“, sagte Strobl beim Spatenstich.
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