Der Stubenhocker vom Nürnberger Reichswald

Das Totholzkonzept der Bayerischen Staatsforsten fördert den Lebensraum des Eremiten (Foto: Heinz Bußler).
Das Reisen ist seine Sache nicht. Am liebsten bleibt er sein Leben lang zuhause in seiner Baumhöhle und muffelt vor sich hin. Letztes hat ihm auch seinen Namen beschert: Juchtenkäfer wird er genannt nach dem Geruch, der das Männchen umgibt. Sein richtiger Name ist Eremit. Trotz seines Geruchs steht der Käfer unter Naturschutz. Aus diesem Grund wurde nun im Nürnberger Reichswald, im ökologisch wertvollen „Irrhain“ bei Kratshof, ein Projekt gestartet, mit dem der Lebensraum des Eremiten erhalten und seine Lebensbedingungen verbessert werden soll.
„Der Irrhain ist ein Edelstein im Reichswald“, erklärt Roland Blank, Leiter des Forstbetriebs Nürnberg der Bayerischen Staatsforsten. Wegen seiner wertvollen Eichenwald-Bestände und der vielfältigen Fauna ist der Irrhain als europäisches Naturerbe eingestuft und gehört zum ökologischen Verbundsystem Natura 2000. Besondere Schutzmaßnahmen sind nötig, um die vielfältigen Waldfunktionen zu erhalten.
Die am Irrhain-Projekt beteiligten Verbände, Kommunen und Grundstückseigentümer sind sich einig, dass die einzelnen Nutzungsmöglichkeiten des Waldstücks erhalten werden sollen. „Wir haben hier ein brillantes Beispiel für die Multifunktionalität eines Waldes“, betont Roland Blank. „Naturschutz, Forstarbeit und Erholungsfunktion können und sollen nicht voneinander getrennt werden. Nur so können wir den Irrhain in seiner ganzen Vielfalt erhalten“.
Die naturnahe Waldbewirtschaftung, wie sie von den Bayerischen Staatsforsten betrieben wird, bietet dafür gute Voraussetzungen. So schreibt das Totholzkonzept des Waldunternehmens vor, dass ausreichend Alt- und Biotopbäume im Wald bleiben müssen, um den Artenreichtum im Wald zu sichern oder sogar auszubauen. Nicht auch zuletzt für den reisefaulen Eremiten.
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