Fliegende Bäume am Steilhang von Julbach

Holzernte Seilkrananlage

(25. Januar 2012) – Im Revier Simbach des Forstbetriebs Wasserburg am Inn gehen die Bayerischen Staatsforsten unkonventionelle Wege für Flachlandverhältnisse, um den ihnen anvertrauten Wald besonders schonend zu pflegen.

 

„In der steilen Hanglage nördlich von Julbach gibt es keine Forstwege“, so der zuständige Revierleiter Adalbert Braun. Daher lässt sich das Holz nicht mit konventionellen Forstmaschinen, wie sogenannten Forwardern oder Rückeschleppern aus dem Wald ziehen. Braun und der Leiter des Forstbetriebs Wasserburg Heinz Utschig mussten andere Wege finden, um das Holz pfleglich aus dem Wald zu bekommen. „Wir haben uns für die Holzbringung mit einer Seilkrananlage entschieden. Dieses ist eine Technik, die üblicherweise in Hochgebirgslagen oder ausnahmsweise auf Moorböden zum Einsatz kommt“, so Forstbetriebsleiter Utschig vor Ort.

 

Ziel ist es, in den Buchen- und Schluchtwäldern die Struktur und Artenvielfalt zu erhalten. Dafür ist die Pflegemaßnahme in den folgenden 14 Tagen dringend notwendig. Der kommenden artenreichen Waldgeneration stehen dann ausreichende Lichtschächte zur Verfügung. So wird in Zukunft auch dem Waldbesucher ein abwechslungsreiches Bild aus jungen und alten Bäumen geboten.

 

Da das Waldgebiet als besonders schützenswert gilt, führt der Forstbetrieb hier eine schonende Maßnahme für den Boden und für die verbleibenden Bäume durch. Mit einer Seilkrananlage werden die Bäume den Hang hinauf gezogen, eine Befahrung unterbleibt.

 

Eine für derartige Einsätze spezialisierte Firma aus Österreich baut die auf einem LKW montierte Seilkrananlage auf dem Hangrücken auf. Ein Stahlseil wird auf einer festgelegten Trasse den Hang hinunter bis in das Tal gespannt. Dann führen die Waldarbeiter die anspruchsvollen Fällarbeiten im Hang durch. Die Stämme werden mit einem Zugseil an die Trasse geholt und dann den Berg  hochgezogen. Die Sortierung sowie Astung der Stämme wird auf dem Hangrücken vom Kranführer mit einem speziellen Maschinenaufsatz durchgeführt. Die genutzten Stämme werden an regionale Holzkunden geliefert.

 

Das betroffene Waldgebiet liegt im europäischen Schutzgebiet „Innleite von Buch bis Simbach“ (Flora-Fauna-Habitat Richtlinie der Europäischen Union). Daher wurde diese Waldpflegemaßnahme mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Pfarrkirchen abgesprochen.

Der Einsatz wird je nach Witterungsverlauf am 10. Februar abgeschlossen sein.



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