Waldumbau im Staatswald
Der Waldumbauticker oben rechts zeigt Ihnen den Fortschritt beim Waldumbau an. Auf den Quadratmeter genau.
Durchschnittlich werden etwa 8000 Quadratmeter Wald jede Stunde in klimaresistenten Mischwald umgewandelt - das ist fast die Fläche eines Fußballfeldes.
Das bedeutet: Bereits in etwa 25 Jahren wird der Waldumbau abgeschlossen sein!
Die Ausgangssituation für den Waldumbau
Insgesamt 722.000 Hektar umfasst der bayerische Staatswald. Über zwei Drittel der Bäume sind Nadelhhölzer. Problematisch im Hinblick auf den bevorstehenden Klimawandel sind vor allem die Fichtenmonokulturen. Fichten haben ein flaches Wurzelsystem. Dadurch sind sie einerseits auf regelmäßige Niederschläge angewiesen. Andererseits finden die Bäume bei Stürmen weniger Halt im Boden. Trockenschäden und große Windwürfe sind die Folge.
Alle Spezialisten sind sich in diesem Punkt einig: Fichtenmonokulturen werden es in fünfzig Jahren schwer haben.
Das Zauberwort heißt daher: Waldumbau. Klimaempfindliche Fichtenwälder werden in widerstandsfähige Mischwälder umgebaut.
Waldumbau: Wie geht das?
Es gibt zwei Wege, um den Wald umzubauen.
1. Naturverjüngung: Aus den Samen der Altbäume entwickelt sich die nächste Baumgeneration. Die gewünschte Baumart wird gezielt gefördert. Diese Methode hat die großen Vorteile, dass Bäume aus Naturverjüngung im Allgemeinen bessere Wurzeln, mehr Halt im Boden und ein besseres Wachstum aufweisen. Etwa zwei Drittel des Waldumbaus geschieht durch die Naturverjüngung.
2. Pflanzung: Diese Methode wird überall dort angewendet, wo aus unterschiedlichen Gründen die Naturverjüngung nicht möglich ist. Gepflanzte Bäume entwickeln kein so gutes Wurzelsystem wie Bäume aus Naturverjüngung. Weiterer Nachteil: Waldumbau durch Pflanzung ist teuer. Etwa ein Drittel des Waldumbaus wird durch Pflanzung bewerkstelligt.
Umbaurelevante Flächen
Welche Wälder werden umgebaut:
Umgebaut werden alle Nadelholz Reinbestände an Standorten, an denen sie von Natur aus nicht in Reinform vorkommen. Das bedeutet in Höhenlagen bis zu 1.400 Meter beziehungsweise in Mittelgebirgen bis 1.000 Meter über n.N.
Die Forstinventur zum 1. Juli 2008 ergab folgendes Bild:
174.000 Hektar Fichte (älter als 40 Jahre)
+50.000 Hektar Kiefer (älter als 80 Jahre)
+22.000 Hektar Fichte-Kiefer (älter als 40 Jahre)
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266.000 Hektar (Summe Fichten und Kiefernwälder)
- 11.000 Hektar Fichten- und Kiefernwälder in Hochlagen
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255.000 Hektar (Summe Fichten- und Kiefernwälder ohne Hochlagen)
Davon waren 83.000 Hektar bereits zielgemäß vorausverjüngt. Das bedeutet, dass unter dem Schirm der älteren Bäume die nächste Waldgeneration mit einem Verhältnis von 65 % Nadelbäumen und 35 % Laubbäumen nachwächst.
Es verblieben also rund 172.000 Hektar, die umgebaut werden müssen.
Wann ist der Waldumbau abgeschlossen?
Langfristig können in den Bayerischen Staatsforsten jährlich auf mindestens 2.000 ha neue Kulturen entstehen, d.h. Jungbäume werden aktiv durch Pflanzung oder Saat vorwiegend in Altbeständen eingebracht. Zusätzlich verjüngen sich die Bestände auf ca. 5.000 ha pro Jahr natürlich.
Daraus resultiert eine jährliche Waldumbaufläche von ca. 7.000 ha. Damit ist das Umbauziel in spätestens 25 Jahren erreicht.




