Im Wald versickern viele Wasserprobleme einfach.

Feuchtbiotop

Es ist eine ganz besondere Melodie, die der Regen im Wald hervorbringt. Hoch oben und von überall landen die Tropfen auf dem Blätterdach. Rutschen gurgelnd und blubbernd hinunter, Etage für Etage dem Boden entgegen, wo sie kurz innehalten und dann sanft versickern. Ein eigenartiger Rhythmus. Man kann ihn nicht fassen. Sich ihm nicht entziehen. Und man spürt: Hier ist der Wald in seinem Element.

Tatsächlich versickern im gut durchwurzelten Waldboden große Wassermengen, nachdem sie zuvor vom Wald gefiltert und gereinigt wurden. Ein konstanter und wertvoller Trinkwasserspeicher, der auch in Trockenperioden eine konstante Versorgung ermöglicht. In den Wäldern der Bayerischen Staatsforsten stärken wir die Reinigungsfunktion durch laubbaumreiche und stabile Bestände. Chemische Pflanzenschutzmittel werden äußerst selten eingesetzt und nur dort, wo ein Waldstück in seiner Existenz bedroht ist. In Wasserschutzgebieten gibt es keine Pflanzenschutzmaßnahmen.

Die zweite wichtige Funktion des Waldes ist der Hochwasserschutz. Bei Regenfällen oder während der Schneeschmelze fließt durch das Versickern im Waldboden deutlich weniger Oberflächenwasser ab als im freien Gelände.

So werden die Hochwasserspitzen abgeschwächt. Die naturnahe Forstwirtschaft der Bayerischen Staatsforsten unterstützt die Speicherfähigkeit des Bodens. Mit kleinflächigen und langfristigen Verjüngungsverfahren und bodenpfleglicher Technik bei der Holzernte bleibt der speicherfähige Waldboden unbeschädigt.