Bergwald. Ohne geht’s bergab.

Bergwald

Stellen Sie sich vor, Sie stehen auf einer Rutschbahn und oben schüttet jemand einen Schwall Wasser aus. Hätten Sie gerne ein Geländer zum Festhalten? Diese Situation beschreibt recht präzise die Aufgabe des Bergwaldes. Im bayerischen Alpenraum und in den Hochlagen der Mittelgebirge leistet der Wald eine Menge zum Schutz der Täler und Siedlungen. Und ist damit sozusagen die wichtigste und vielseitigste Schutzmannschaft im Land.

Zur großartigen Leistung ein paar großartige Zahlen:

  • 55% der bayerischen Staatswälder (jeweils flächenmäßig gerechnet)
    erfüllen wichtige Aufgaben im Bereich Boden- und Erosionsschutz.
     
  • 33% der bayerischen Staatswälder „arbeiten" im Lawinenschutz.
     
  • 48% der bayerischen Staatswälder sind für verschiedene Wasserschutzaufgaben zuständig.

Und wie genau funktioniert das? Bäume, und dabei insbesonders der gemischte Bergwald, festigen den Boden und verhindern das Abrutschen der Hänge. Auch herabstürzende Steine und Felsbrocken werden im dichten Unterholz gestoppt.

Der Lawinenschutz im Bergwald beginnt schon oben in den Baumwipfeln. Hier sind besonders die immergrüne Fichte und Tanne aktiv. Ein beachtlicher Teil des Schnees landet nämlich im Kronendach und auf den Zweigen. Das sieht nicht nur ausgesprochen hübsch aus, sondern verringert – zusammen mit dem restlichen Mischwald – ganz erheblich die Ambitionen des Schnees, sich schon vor dem Auftauen frühzeitig in Richtung Tal zu bewegen. Zu guter Letzt hilft der Bergwald beim Hochwasserschutz, indem er große Niederschlags- oder Schmelzwassermengen aufnimmt, wie ein Schwamm speichert und zeitversetzt langsam wieder abgibt.