Ramsar-Gebiet Bayerische Wildalm - ein Moorgebiet im Mangfallgebirge

Moorgebiet im Mangfallgebirge

Die Bayerische Wildalm im Mangfallgebirge (Landkreis Miesbach) an der deutsch-österreichischen Grenze ist offiziell das 33. deutsche Feuchtgebiet internationaler Bedeutung innerhalb der Ramsar-Konvention. Diese Konvention ist eines der ältesten internationalen Naturschutzabkommen. Mit der Wildalm ist zu den sieben bayerischen Ramsargebieten ein besonderes, alpines Kleinod hinzugekommen.

Die Bayerische Wildalm ist, gemeinsam mit dem angrenzenden Ramsar-Gebiet auf österreichischer Seite, ein ausgedehnter Moorkomplex in einer großen Karstwanne, einer so genannten Polje, im Südosten der Halserspitz im Blaubergkamm. Das Gebiet liegt auf etwa 1430 Meter Höhe und zeichnet sich aufgrund seiner Topographie durch ein eigenes Mikroklima und einen besonderen Wasserhaushalt aus. Dies hat zu der Ausbildung einer ganzen Fülle von typischen Pflanzengesellschaften der Moore und Sümpfe geführt. Sie beherbergen 90 höhere Pflanzenarten von denen 21 in der Roten Liste Deutschlands als gefährdet oder stark gefährdet eingestuft sind. .

Moore leisten nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, indem sie Kohlendioxid speichern.  Sie sind darüber hinaus einzigartige Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen und haben eine wichtige Funktion beim Hochwasserschutz: Moore saugen Regenwasser wie ein Schwamm auf und speichern bis zum 40fachen ihres eigenen Gewichts an Wasser. Hier wird wiederum deutlich: „Klimaschutz ist Naturschutz - Naturschutz ist Klimaschutz.“

Die Bayerische Wildalm auf bayerischer Seite war vor der Ernennung zum Ramsar-Gebiet bereits als Teil großflächiger FFH- und europäischer Vogelschutzgebiete ausgewiesen und liegt im Verantwortungsbereich der Bayerischen Staatsforsten, Forstbetrieb Schliersee. Der Tiroler Teil des Moorgebiets ist bereits im Jahr 2005 in die Ramsar-Liste aufgenommen worden. Es wird angestrebt, das Gebiet als grenzüberschreitendes Ramsar-Gebiet zu benennen. Die Ausweisung der Wildalm auf bayerischer Seite geht auf eine Initiative des Deutschen Alpenvereins zurück.

Die 1971 in Ramsar/Iran unterzeichnete Ramsar-Konvention (Übereinkommen über den Schutz von Feuchtgebieten von internationaler Bedeutung, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel, ) bietet ein Rahmenwerk für den Schutz und die Nutzung von Feuchtgebieten und ihren Ressourcen. Die Konvention gilt in 157 Vertragsstaaten. Mit der Bayerischen Wildalm sind weltweit 1723 Ramsar-Gebiete ausgewiesen.