Renaturierung des Kugelstattfilzes

Renaturierung des Kugelstattfilzes

Moore sind ein großer Kohlenstoffspeicher, hier bildet sich aus absterbendem Pflanzenmaterial Torf, der sich wegen des hohen Wasserstandes nicht weiter zersetzt. Wenn Moore entwässert werden, wird dieser Kohlenstoff in Form von Kohlendioxid frei gesetzt. Allein in den noch bestehenden bayerischen Mooren sind geschätzte 185 Millionen Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Durch die Wiederherstellung eines moortypischen Wasserhaushaltes bleibt der Kohlenstoff im Torf gebunden. Das Moor kann somit weiterhin einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz leisten.  

Darüber hinaus sind Moore aber auch sehr spezielle Lebensräume mit einer hoch spezialisierten Tier- und Pflanzenwelt. Damit sind intakte Moore auch von zentraler  Bedeutung für den Artenschutz. Zahlreiche Arten der Roten Liste der vom aussterben bedrohten Arten können nur hier überleben.

Entwässerungsgräben und Fichtenbewuchs hatten auch dieses Moor im Landkreis Straubing stark in Mitleidenschaft gezogen. Somit gab es für den Forstbetrieb Bodenmais genügend gute Gründe, um das Kugelstattfilz bei Grandsberg durch Wiedervernässung zu renaturieren.

Im Jahr 2009 wurden nach dem Entfernen der Bäume auf dem Hochmoorkern des Filzes mit rund 1,7 ha Größe  Wassersperren eingebaut. Das ansonsten schnell im Graben abfließende Niederschlagswasser wird somit künftig breitflächig über die Mooroberfläche geleitet und führt dort zur Wiedervernässung und  zum erneuten Wachstum von Torfmoosen und Wollgras. Die Stauwehre aus Torf und Holz wachsen in wenigen Jahren vollständig ins Gelände ein und bilden eine Kaskade kleiner Stillgewässer im ehemaligen Grabenprofil, das in wenigen Jahren von flutenden Torfmoosen erobert wird und gleichzeitig ein bevorzugter Lebensraum für Libellen und weitere typische Arten ist.